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Altshausen

Altshausen ist seit tausend Jahren Residenz. Das prägt Ortsbild, Wirtschaft und Mentalität. Seit 1919 ist das Schloss Sitz der katholischen Linie des Hauses Württemberg, welche aufgrund des Endes der Monarchie 1918 nicht mehr zur Königswürde gelangt war. Die weitläufige barocke Anlage des 18. Jahrhunderts ist das Werk von Johann Caspar und Franz Anton Bagnato. Sie geht wie bereits ihre Vorgängeranlagen auf den Deutschen Orden zurück. Dieser war von 1264 bis zur Säkularisierung 1803 im Besitz von Altshausen. Er baute den Ort ab 1444 zum Sitz der Landkomture und zum Verwaltungszentrum der Ballei Schwaben-Elsass-Burgund aus. Dieses wirtschaftliche und staatsrechtliche Konstrukt kann man sich entfernt wie die Regionalniederlassung eines großen Konzerns vorstellen. Die Ballei um­fasste den bedeutenden, aber weit verstreuten Besitz des Deutschen Ordens in Südwestdeutschland, der Schweiz und Ostfrankreich. Zuvor, im Hochmittelalter, von dem allerdings heute in Altshausen keine materiellen Spuren mehr sichtbar sind, war hier eine der mächtigsten schwäbischen Grafenfamilien zuhause, die unter anderem den auf der Reichenau wirkenden Universalgelehrten und Benediktinermönch Hermann den Lahmen (1013-1054) hervorgebracht hat. Das moderne Altshausen ist Verwaltungs-, Firmen- und Schulstandort; nicht zuletzt wegen seines ungewöhnlichen, weiträumigen urbanistischen und baulichen Gepräges wurden hier bereits mehrfach bedeutende Freiluft-Skulpturenausstellungen organisiert.

Maximilian Eiden

Skulpturen in Altshausen: