Zurück zur Karte

Bad Waldsee

Bad Waldsee kultiviert das Gleichgewicht und muss es zwischen zahlreichen Polen austarieren: Zwischen urbaner Kernstadt und selbstbewussten dörflichen Teilorten, zwischen beschaulichem Stadtkern – flankiert von zwei Naturseen – und ehrgeizigen mittelständischen Unternehmen in den Vororten, zwischen den Rollen als Wohnort, Arbeitsplatz, Schul- und Bildungsstandort und seiner erst ab 1950 entstandenen Prägung als Kurort. Heute wirbt die Stadt als Moorheilbad und Kneippkurort, mit zwei Thermalbädern und nicht zuletzt mit ihrem milden voralpinen Reizklima um erholungsbedürftige Menschen. Das fluorid- und schwefelhaltige Thermalwasser kommt aus einer Tiefe von 1.750 Metern und tritt mit einer Temperatur von knapp 65° C an die Oberfläche. Mit den Kurkliniken, etlichen Hotels und Privatunterkünften, mit einer auch für Oberschwaben bemerkenswerten Freizeit-Infrastruktur, zu der nicht nur Rad- und Wanderwege, sondern auch etwa Golfplatz, Kletter­park und das viel beachtete Erwin Hymer Museum gehören, überzeugt die 20.000-Einwohner-Stadt jährlich etwa 180.000 Gäste, die ihren Heil- oder Rehabilitationsprozess möglichst angenehm zubringen oder auch einfach nur Urlaub machen wollen.
Das 2004 vom Architekten Werner Plösser entworfene ›Haus am Stadtsee‹, in Fußwegweite zwischen den Kurkliniken und der Altstadt gelegen, leistet einen dieser vielen Balance­akte. Mit seiner Lage, seinen Möglichkeiten und seinem Profil möchte es Bürgern und Gästen gleichermaßen gerecht werden: als moderner Dienstleister für Tagungen, Feiern und Veranstaltungen, mit einem eigenen Programm, Schwerpunkt Kleinkunst, mit einer feinen Gastronomie im ›Scala‹, mit dem Sitz der Kurverwaltung und einem Informationspunkt für Gäste. Für viele bietet das Haus, das die Idee des gesellschaftlichen Treffpunkts vom früher hier stehenden ›Kolpinghaus‹ in die Zukunft fortführt, den schönsten Blick auf Stadtsee und Altstadtsilhouette zugleich. Nicht zuletzt ist es seit 2004 Sitz des seit 1965 bestehenden Kunst­raumes ›kleine galerie‹, der von dem Bildhauer Axel Otterbach kuratiert wird und mit Einzelausstellungen lebender Künstler einen wesentlichen Beitrag zur Kunstszene in Oberschwaben leistet. 1976 organisierte Ewald Schrade eine Ausstellung 
mit Werken von Robert Schad in dieser Institution.

Maximilian Eiden

Skulpturen in Bad Waldsee: