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Bussen

Es gibt in Oberschwaben höhere Berge – aber kaum einer ist so markant und auch so symbolträchtig wie der 767 Meter hohe Bussen. Gleich zwei Bauwerke tragen zu dieser Bedeutung bei: Die Wallfahrtskirche mit dem vielfach verehrten Gnadenbild macht den Bussen zum ›Heiligen Berg‹ Oberschwabens. Dies hat eine lange Tradition: Die erste Nennung einer Wallfahrtskirche stammt aus dem Jahr 805, doch haben archäologische Funde bereits keltische und später germanische Kultstätten nachgewiesen.
Der östliche Teil des Bussen wurde früher dominiert von einer Burganlage, die wohl ab dem Ende des 11. Jahrhunderts erbaut wurde und im 13. Jahrhundert zur Reichsburg wurde. Zunächst betrat man eine Vorburg, schließlich die im Osten gelegene Hauptburg. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg weitgehend zerstört und verfiel danach, ihrer militärischen Funktion beraubt, immer weiter. Von der früheren Hauptburg ist heute noch der Bergfried erhalten. 1997 erwarb der Landkreis Biberach die Ruine und restaurierte sie.

Der Bergfried bietet einen Blick über weiteste Teile Oberschwabens. Dazu schrieb bereits Michel Buck, der große Dichter, Arzt und Menschenkenner aus Ertingen (1832–1888): »Von der Zinne dieses Turmes aus möchte ich Dir, lieber Freund, diese meine Heimat, das Oberland, zeigen, denn von dieser Stelle aus ist die Fernsicht eine unvergleichliche. Ganz Oberschwaben liegt zu Deinen Füßen, hinauf bis an den Bodensee und weit über ihn hinaus. Bis gen Ulm und den Südtrauf der östlichen Alb, dann gen Osten weit hinein in den endlosen Horizont der Schwäbisch-Bayrischen Hochebene. Wie oft hab ich von hier aus diese weiten Lande trunkenen Auges betrachtet. Siehe da die mit grünen Auen, goldenen Saaten, dunklen Tannenwäldern und hellblinkenden Dörfern übersäte Ebene.«

Jürgen Kniep

Skulpturen in Bussen: