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Ertingen

In Ertingen kommt die Skulptur VARULL an der Kultur- und Sporthalle zu stehen. Die Gemeinde Ertingen hat rund 5.400 Einwohnerinnen und Einwohner, gehört unter den oberschwäbischen Kommunen also nicht zu den größten. Und doch hat sich die Gemeinde 2011/2013 eine der größten Kultur- und Sporthallen des Landkreises Biberach gebaut. Das Büro Zoll-Architekten schuf ein Gebäude, für das nach eigener Aussage die Idee eines »gestrandeten, ›eiszeit­lichen‹ Donau-Kiesels« Pate stand. Die Architekten wünschten für die Außenhülle eine einheitliche Gestaltung von Dach und Wand und wählten für das gesamte Bauwerk deshalb, wie sie schreiben, »eine Haut aus Metall«. Der Wunsch der Gemeinde nach einer modern gestalteten Kultur- und Sporthalle ermöglicht seit der Eröffnung ein reges Kulturprogramm.
Mit diesem Ort stellt Robert Schads Arbeit verschiedene Bezüge her: Zunächst korrespondiert die Stahlskulptur VARULL hier mit der Metallfassade der gegenwärtigen Architektur und würdigt zudem die Bemühungen einer oberschwäbischen Gemeinde um eine eigene Kulturhalle. Der Standort in der Ertinger Eisenbahnstraße verweist darüber hinaus auch auf eine historische Verwendung des Eisens: Für die Modernisierung Oberschwabens spielte die Erschließung mit der Eisenbahn eine große Rolle. Die Südbahn von Ulm zum Bodensee, die Donautalbahn und die Württembergische Allgäubahn trugen maßgeblich zur wirtschaftlichen Entwicklung des Oberlandes bei. Von diesem Eisenstrang in der Landschaft profitierte auch Ertingen: Die Gemeinde erhielt 1869 einen Bahnhof mit dem Bau der Donautalbahn.

Jürgen Kniep

Skulpturen in Ertingen: