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Heuneburg

Die auf einer Anhöhe oberhalb der Donau bei Herbertingen gelegene Heuneburg ist zusammen mit ihrem Umfeld eine archäologische Landschaft von europäischer Bedeutung. In der frühkeltischen Eisenzeit von ca. 650 v. Chr. bis etwa 450 v. Chr. war die Heuneburg mit ihrer ›Akropolis‹, Vorburg und einer Außensiedlung ein in die umgebende Kulturlandschaft ausstrahlendes Machtzentrum mit weitreichenden Handels- und Kulturbeziehungen bis in den Mittelmeerraum sowie nach Mittel- und Nordeuropa. Mit zeitweise vermutlich mehreren Tausend Bewohnern ist die Heuneburg als die wohl älteste stadtähnliche Siedlung mit arbeitsteiliger und hochspezialisierter Wirtschaft und Gewerbe und sozialer Differenzierung nördlich der Alpen anzusprechen. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist der hallstattzeitliche ›Fürstensitz‹ an der Oberen Donau identisch mit der vom griechischen Geschichtsschreiber Herodot genannten Keltenstadt ›Pyrene‹. Seit bald 70 Jahren ist die Heuneburg mit ihrem Umfeld ein Hotspot der archäologischen Forschung, der immer wieder für spektakuläre Bodenfunde gut ist: so eine nördlich der Alpen singuläre Lehmziegelmauer, die Überreste eines repräsentativen Stadttors, die höchsten Grabhügel Mitteleuropas und zuletzt, 2010, ein unberaubtes ›Fürstinnen‹-Grab mit fein gearbeiteten, hochwertigen Schmuckstücken aus Gold und Bernstein. In der durch eine Sichtachse mit der Heuneburg verbundenen Alten Burg bei Langenenslingen fanden die Archäologen zuletzt Spuren wahrscheinlich einer monumentalen Kultstätte oder gar Sportarena. Im Rahmen einer landesweiten Keltenkonzeption soll die Heuneburg in den kommenden Jahren zu einer musealen und touristischen Erlebniswelt ausgebaut werden, die es mit Unterstützung aus der Region erlaubt, die hochkarätigen Funde der letzten Jahre an authentischem Ort zu erleben.

Edwin Ernst Weber

Skulpturen in Heuneburg: