Zurück zur Karte

Isny

Die Espantorstraße in Isny ist eine der am Rathaus rechtwinklig aufeinandertreffenden Achsenstraßen der mittelalterlichen Altstadt. Als Herz der 14.000 Einwohner zählenden Kommune hält sie die Erinnerung an die stolze Epoche reichsstädtischer Freiheit zwischen 1365 und 1802 wach. Isny schloss sich 1531 der Reformation an; das Eckhaus in der Espantorstraße war einst evangelisches Pfarrhaus. 
Mit dem innerhalb der Stadtmauern gelegenen, katholisch bleibenden Benediktinerkloster gab es in der Frühneuzeit ebenso heftige Auseinandersetzungen wie mit den mächtigen Nachbarn, den Grafen von Waldburg-Trauchburg. Das Espantor selbst ist in seiner spätmittelalterlichen Gestalt erhalten. Ein langer erhaltener Abschnitt der Stadtmauer aus Natursteinen stößt an das Tor; ein rekonstruierter Wehrgang führt daran entlang. Das Tor beherbergt Räume der Städtischen Galerie. Davor lag in alter Zeit der Espan, eine unbebaute, von den Stadtbürgern gemeinschaftlich als Viehweide genutzte Flur. Die abwechslungsreiche, vielfach repräsentative Bebauung entlang der Espantorstraße geht im Kern etlicher Häuser auf das späte Mittelalter zurück, da der verheerende Stadtbrand von 1631 nicht bis hierher vorgedrungen ist. Von vorkragenden Obergeschossen über schmucke Fensterfronten und schöne Steinmetzdetails bis hin zu Erkern und sichtbarem Fachwerk ist in der freundlichen, aber ruhigen Straße einiges zu entdecken. Kleine individuelle Läden und ein italienisches Restaurant laden zum Flanieren und Verweilen ein.

Maximilian Eiden

Skulpturen in Isny: