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Kressbronn

Obgleich die Gemeinde Kressbronn am Bodensee erst 85 Jahre jung ist, hat der Ort schon eine lange Tradition als Refugium für Kunst und Künstler. So haben in der Zeit des Nationalsozialismus hier unter anderen Berthold Müller-Oerlinghausen, Bildhauer und Mosaikkünstler, der Maler Karl-Hájek Kunze und der Fotopionier Heinz-Hajek Halke sowie Hilde Broër, Medaillenkünstlerin, die kulturlose Zeit ›überwintern‹ können. Später kamen Christine Schaefers-Mensing, Textilkünstlerin, Marta Hoepffner und Irm Schoffers als Fotografinnen an den Ort. Viele blieben der Region treu und hinterließen, wie der Maler Leo Schobinger, einen Schatz an Werken und legten so das Fundament für eine Sammlung, die seither beständig wuchs.
Wegweisend entschied sich die Bürgergemeinde Kressbronn im Jahr 1979, mit der ›Lände‹ ein Haus für Kunst und Kultur zu schaffen. Die ehemalige Remise einer klassizistischen Villa aus dem 19. Jahrhundert stand leer und wurde mit einem angegliederten Neubau zu Galerie, Museum und Café umgestaltet. Der bereits zuvor aktive Arbeitskreis Kunst der Gemeinde mit seinen engagierten ehrenamtlichen Streitern besetzte das neu geschaffene Haus und veranstaltete fortan Ausstellungen und kulturelle Projekte. Die Qualität des Programms als entscheidender Faktor führte rasch dazu, dass sich der Ausstellungsort ›Lände‹ in der Region einen Ruf als Künder der Gegenwartskunst erwarb: in der Provinz und doch keinesfalls provinziell. Diese nun schon bald 45 Jahre währende Ausstellungstätigkeit zeichnet sich aus durch eine kontinuierliche, stetige Vermittlungsarbeit und die freudige Erkundung neuer ästhetischer Perspektiven. Die Mitwirkung im Skulpturenprojekt ›Robert Schad – von Ort zu Ort‹ setzt ein Zeichen für die Zukunft von Kunst und Kultur am See.

Gudrun Teumer-Schwaderer

Skulpturen in Kressbronn: