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Neuravensburg

Neuravensburg hat ca. 3.000 Einwohner und ist die größte Ortschaft der Großen Kreisstadt Wangen im Allgäu. Zwischen Wangen im Allgäu und Lindau im Bodensee gelegen, kann Neuravensburg auf eine lange und bewegte Geschichte zurückblicken. Sie vereinigt drei historische Kernorte, die allesamt an der ehemaligen Haupthandelsroute zwischen Mailand und Augsburg liegen: Roggenzell im Süden, Schwarzenbach im Norden und das namensgebende Neuravensburg unterhalb der Burgruine in der Mitte. Noch heute zeugen mehrere Gebäude und Straßennamen von der Bedeutung der Siedlungen seit dem frühen Mittelalter. In Föhl­schmitten und Hiltensweiler queren gedeckte Holzbrücken die Obere Argen, gegenüber dem Rathaus ist an der Bodenseestraße ein Zollstadel erhalten und nicht zuletzt thront die Burgruine über dem Dorf. Letztere, im 13. Jahrhundert erstmalig urkundlich erwähnt, gelangte bald danach an das Kloster St. Gallen, das die Burg bis ins Spätmittelalter als Verwaltungsmittelpunkt für seine Besitzungen im südlichen Oberschwaben und westlichen Allgäu zu einem Schloss ausbaute und instand hielt. Zwei für die Entwicklung Neu­ravensburgs bedeutende St. Galler Äbte sind in den Straßennamen Beda-Angehrn-Straße und Bernhard-Müller-Straße verewigt. Der Theodoldusweg erinnert an einen Priester der Pfarrstelle Schwarzenbach, der bereits im Jahre 815 n. Chr. in einer Urkunde erwähnt wurde.
Neben der Burg ist der Neuravensburger Weiher das markanteste Wahrzeichen der Ortschaft. Ursprünglich zur Fischzucht angelegt, wird er heute vor allem als Badeplatz und zum Angeln genutzt. Der Weiher und das dahinter liegende Schilfgebiet sind eine bedeutende Vogelbrutstätte und stehen unter Naturschutz. Die weitgehend natürliche Obere Argen lädt ebenso wie die vielen Drumlins, als Zeugen der letzten Eiszeit, zum Wandern rund um Neuravensburg ein.
Die etwa 7 Meter hohe Skulptur SYRIMM steht unterhalb der Burgruine inmitten einer Viehweide. Vom Rathaus aus gelangt man zu Fuß zur Burg und dort über einen eingebauten hölzernen Treppenturm zu einer Plattform auf Traufhöhe. Hier reicht bei guter Fernsicht der Blick bis zur Waldburg 
im Norden und im Süden über den Bodensee ins Rheintal, in die Schweizer und die Vorarlberger Alpen.

Hermann Schad

Skulpturen in Neuravensburg: