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Ostrach

Vom Buchbühl oberhalb von Ostrach bietet sich ein weiter Blick auf die von eiszeitlichen Gletschern geformte Landschaft des Ostrachtals mit ihrer ausgeprägten Reliefbildung. Wahrzeichen von Ostrach, das als einzige ›Dreiländergemeinde‹ in Südwestdeutschland hohenzollerische, badische und württembergische Bestandteile kommunal vereint, ist das auf der Anhöhe thronende Buchbühldenkmal. Der Zentralbau in Form eines begehbaren Ehrentempels mit aufgesetzter Tambour-Kuppel und Jugendstilelementen erinnert an eine am 21. März 1799 ausgefochtene blutige Schlacht in und um Ostrach zwischen kaiserlich-österreichischen Verbänden und Truppen der französischen Revolutionsarmee im sogenannten Zweiten Koalitionskrieg. Von den 45.000 Soldaten der fran­zösischen ›Donau-Armee‹ unter General Jourdan und den 77.000 Mann der österreichischen Armee unter Erzherzog Carl blieben am Ende der blutigen Auseinandersetzung fast 4500 tot oder verwundet auf dem Schlachtfeld zurück. Bodenfunde und Gräber erinnern bis heute an das für die fremden Soldaten wie die einheimische bäuerliche Bevölkerung schreck­liche Kriegsgeschehen. Die Franzosen mussten sich am Ende der Kämpfe zurückziehen, so dass die Schlacht bei Ostrach zu den wenigen österreichischen Siegen in den endlosen Kriegen zwischen dem revolutionären Frankreich und den Mächten des alten Europa gezählt wird. Auf Initiative des örtlichen Veteranenvereins wurde 1903 das Buchbühldenkmal als Erinnerungsstätte an die blutige Schlacht einhundert Jahre zuvor errichtet. Zur Einweihungsfeier wurden auch Vertreter der österreichischen und interessanterweise auch der französischen Botschaft in Berlin eingeladen, was in einer Zeit der deutsch-französischen ›Erbfeindschaft‹ durchaus bemerkenswert erscheint.

Edwin Ernst Weber

Skulpturen in Ostrach: