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Ravensburg

Die Stadt Ravensburg ist aus einer welfischen, an die Staufer übergegangenen Siedlung unterhalb der namengebenden Burg entstanden. 1276 konnte die Stadt die Reichsfreiheit erringen; die Burg war zum Ärgernis der Städter aber noch vom kaiserlichen Landvogt der Landvogtei Schwaben besetzt. Der heute ›Mehlsack‹ genannte St.-Michaels-Turm wurde seinerzeit errichtet, um den lästigen Nachbarn im Blick zu behalten und die Unabhängigkeit der Stadt zu unterstreichen. Die eigentliche Burg brannte im Dreißigjährigen Krieg ab. Die namengebende Veitskapelle wurde wiederhergestellt. In den erhaltenen Nebengebäuden, die auf das 17. Jahrhundert zurückgehen, aber An- und Umbauten des 19.–21. Jahrhunderts aufweisen, ist heute eine Gastronomie und eine Jugendherberge untergebracht. Ein Auf- und Abstieg ist über den Serpentinenweg auf dem steilen Veitsburghang möglich.
Die zur Reichsstadt aufgestiegene Burgsiedlung prosperierte im 14. Jahrhundert und konnte die vielen Menschen, die sich in Ravensburg niederlassen wollten, nicht mehr aufnehmen. Viele Handwerker lebten in den Vorstädten außerhalb der Stadtbefestigung, vor allem entlang der westlichen Mauer. Die Vorstädte wurden daher in einen neuen, weiteren Mauerring einbezogen; die bisherige Westmauer wurde abgetragen, der Graben zugeschüttet. So entstanden im Stadtzentrum zwischen der alten Oberstadt und der neuen Unterstadt drei lang gezogene Plätze: der Viehmarkt, der Platz, später Postplatz, und der Holzmarkt. Das Alte Rathaus und das Waaghaus mit dem Schwörsaal sowie viele weitere repräsentative Gebäude zeugen vom Anspruch und Wohlstand der seit 1648 endgültig paritätischen, d. h. in allen Gremien und Ämtern von Protestanten und Katholiken gemeinsam verwalteten Reichsstadt.
Postplatz und Holzmarkt wurden 1933 in Adolf-Hitler-Platz umbenannt. Nach Kriegsende setzte eine Initiative aus 
der katholischen Bevölkerungsmehrheit durch, dass der gesamte Platz den Namen ›Marienplatz‹ erhielt. Begründet wurde dies mit der Dankbarkeit für die Verschonung der Stadt vor Bombenangriffen, der auf die Fürsprache Marias, der Patronin der oberen Stadtpfarrei, zurückgeführt wurde.

Maximilian Eiden

Skulpturen in Ravensburg: