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Thiergarten

Burgruine Falkenstein
Die Burgruine Falkenstein oberhalb des Weilers Thiergarten ist eine von rund 40 Burganlagen in einer der burgenreichsten Landschaften Deutschlands. Mit seinen zahlreichen Felsköpfen und Höhlen ist das Durchbruchstal der Donau durch die Schwäbische Alb zwischen Tuttlingen und Sigmaringen geradezu prädestiniert für die Anlegung von Höhenburgen durch den Adel im Hochmittelalter. Nach den Erkenntnissen der Burgenforschung ist die auf einem steil aufragenden, beengten Felsturm angelegte und nur noch in geringen Restbeständen erhaltene Burg Unterfalkenstein die ältere, bis in die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts zurückreichende Anlage, der die bequemere und leichter zugängliche Burg Oberfalkenstein erst später nachfolgte. Wie bei den meisten Burgen des Oberen Donautals gehören auch zu Falkenstein und der zugehörigen Herrschaft Besitzungen und Untertanenorte im Tal und auf den benachbarten Albhöhen und hier konkret die Ortschaft Weiler, aus der später die Gewerbesiedlung Thiergarten mit ihrem Hüttenwerk hervorgeht, die Neidinger Mühle und nicht zuletzt das Dorf Kreenheinstetten auf dem süd­lichen Heuberg. Die markante und in den zurückliegenden Jahren von der Aktion Ruinenschutz Oberes Donautal mustergültig gesicherte und sanierte Burgruine Oberfalkenstein präsentiert sich als Überrest nicht etwa einer mittelalterlichen Ritterburg, sondern vielmehr einer im besonderen Maße von den Grafen von Zimmern im 16. Jahrhundert baulich geprägten wehrhaften und mit einem modernen Geschützturm ausgestatteten Burganlage der Renaissancezeit. Im 17. Jahrhundert gerät die mittlerweile an die Grafen und späteren Fürsten von Fürstenberg gelangte Burg in Verfall und wird 1717 als Steinbruch zum Bau der Neumühle ausgeschlachtet.

Edwin Ernst Weber

Skulpturen in Thiergarten: